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Michael Jackson & Lisa Marie Presley*

oder wie wir uns "nur" in das Vertraute verlieben können.



Erinnert Ihr Euch, als in den 1990ern bekannt wurde, dass Michael Jackson und Lisa Marie Presley geheiratet haben? Ich hatte keine Zweifel, dass das nur ein PR-Gag war. Schon klar – der King of Pop heiratet „rein zufällig“ die Tochter von Elvis Presley, dem King of Rock and Roll. Und das soll einer glauben?! Bestätigt fühlte ich mich, als sie sich nicht mal zwei Jahre später scheiden ließen.


Heute, 30 Jahre später - ich bin mittlerweile Paartherapeutin von Beruf - weiß ich es besser. Lisa Marie, als Tochter eines Megastars, konnte sich "nur" in einen ähnlich großen Megastar verlieben. Sie hat ihren berühmten Dad Elvis vergöttert und ihn zu früh (mit 9 J.) verloren, während sie mit ihrer Mutter eher eine schwierige Beziehung hatte. Es liegt nahe, dass ein solches Mädchen eine Sehnsucht nach dem Vater und nach dem, was er verkörpert hat, entwickeln wird. Es wird in der Paartherapie meistens beobachtet, dass dann diese Tochter als Erwachsene nach einem Mann suchen wird, der ihrem Vater ähnelt. Dieser kann z.B. vom Charakter, vom Beruf, vom Aussehen oder vom Bildungsgrad her ähnlich sein (oder alles gleichzeitig). Und diesen findet sie auch. Oft hält allerdings eine solche Beziehung leider nicht lange (wie auch bei Michael und Lisa Marie). Das ergibt sich u.a. aus der "Vatergebundenheit" von Lisa Marie, wie ich annehme. Dies erkläre ich gern in einem weiteren Artikel.


"Michael war der Allergrößte, er erinnerte Mom an ihren Vater. Sie erzählte mir, dass nie irgendjemand auch nur annähernd so war wie ihr Dad, außer Michael." aus "Von hier ins Ungewisse" von Lisa Marie Presley und Riley Keough

In der Paartherapie wird generell regelmäßig beobachtet, dass Menschen „entweder ihren Vater oder ihre Mutter heiraten.“ D.h. dass sie sich in eine Person verlieben, die in verschiedenen Hinsichten wie ihre Mutter oder wie ihr Vater ist. Eine Erklärung dafür ist, dass wir nach dem Vertrauten suchen, das wir aus unserer Kindheit kennen. Und das inkludiert die positiven wie die negativen Eigenschaften unserer Eltern.


In meiner Praxis beobachte ich das so oft bei den Paaren, die ich berate. Z.B. heiratete die Tochter eines arbeitstüchtigen Geschäftsmannes einen ebenfalls erfolgreichen fleißigen Geschäftsmann. Oder die Tochter eines untreuen distanzierten Vaters geht eine Ehe mit einem ähnlich emotional abwesenden Mann ein und entdeckt, dass er eine Affäre hat. Bei Lisa Marie war es wahrscheinlich die musikalische Genialität (ok, als Fan bin ich nicht ganz neutral), der Ruhm, das Öffentlichkeitsleben, was sie einerseits an Michael angezogen hat, aber andererseits waren auch die ständige berufsbedingte Abwesenheit (Telefonate statt Präsenz), die Medikamenten-Abhängigkeit und der scheinbar unberechenbare Charakter für sie vertraut und sorgten für eine starke Verbundenheit zwischen den beiden.


Und was wird wohl Michael bei Lisa Marie gesucht und gefunden haben? Ihr Temperament bei gleichzeitigem "Taktgefühl" gegenüber dominanten Männern? Ihre Fügsamkeit? Fürsorglichkeit? All das muss Michael gut bekannt gewesen sein, denn so würde ich seine Mutter beschreiben, nachdem ich u.a. sein Biopic am 24.04.2026 gesehen habe. Zufall? Das glaube ich nicht!

s. Foto vom Kinobesuch der Premiere vom Film "Michael" in Gloria Palast in München - Dresscode: Black and white


Ich habe die Autobiografien von Lisa Marie und ihrer Tochter, die Autobiografie von ihrer Mutter Priscilla sowie Biografien von Michael Jackson gelesen/gesehen. Darin lässt sich das oben Geschriebene aus meiner Sicht bestätigen – vor allem jedoch, dass Lisa Marie und Michael tatsächlich sehr ineinander verliebt waren, aus purer Liebe geheiratet haben und auch einen Kinderwunsch (vor allem Michael) hatten. Und das wundert mich aus heutiger Sicht überhaupt nicht (mehr).


*Es handelt sich in meinem Artikel nicht um eine Ferndiagnose, sondern um eine rein theoretische Analyse basierend auf öffentlichen Quellen.


 
 
 

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